Die DVT vor der Entfernung eines Weisheitszahns ist keine Routineuntersuchung: Sie ist erforderlich, wenn sich die Zahnwurzel dem Kiefernerv oder den Kieferhöhlen nähert. Ohne diese Signale bleibt eine gut gelesene Übersicht ausreichend, um die Extraktion zu planen.
Für wen die DVT an Weisheitszähnen nützlich sein kann
Die dreidimensionale Diagnose mit DVT ist bei erwachsenen Patienten mit retinierten Weisheitszähnen (dritte Molaren) oder bei Disodontiasis, insbesondere im unteren Bereich, angezeigt, wenn die Wurzel möglicherweise in enger Verbindung mit dem Nerv des Unterkiefers, dem sogenannten unteren Alveolarkanal, steht. Dabei handelt es sich in der Regel um Patienten, die bereits eine Übersichtsuntersuchung durchgeführt haben und bei denen das zweidimensionale Bild einen genauen Zweifel lässt: Wo genau verläuft der Nerv und wie nah ist er an der Wurzel des zu entfernenden Zahns?
Die Untersuchung ist auch dann besonders sinnvoll, wenn der untere Weisheitszahn Anzeichen einer Resorption des angrenzenden zweiten Molaren, distalen Knochenverlust aufweist, oder wenn die Planung die Option einer Koronektomie, also der Entfernung nur der Krone unter Erhaltung der Wurzeln zum Schutz des Nervs, vorsieht. In diesen Fällen erfolgt eine Auswertung mit fortschrittliche Technologie ist ein integraler Bestandteil der Route.
Wenn der Überblick schon reicht
Nicht alle Weisheitszähne erfordern eine dreidimensionale Untersuchung. Erscheinen die Wurzeln im Panoramabild deutlich vom Unterkieferkanal getrennt und sind keine kritischen Überlappungen zu erkennen, reicht bereits die Grunduntersuchung aus, um die Extraktion einzuleiten. Gleiches gilt für Weisheitszähne im Oberkiefer ohne zweidimensional sichtbare komplexe Beziehungen zur Kieferhöhle sowie für Fälle von partiellem Durchbruch ohne tiefen Knocheneinschluss.
Das Funktionsprinzip ist klar: Die DVT ist gerechtfertigt, wenn sie die klinische Entscheidung ändern kann. Wenn die Übersicht bereits nützliche Informationen liefert, ist die Hinzufügung einer dreidimensionalen Untersuchung nicht sinnvoll und erhöht nur die Strahlendosis. Aus diesem Grund verordnen wir in der Praxis die CBCT erst, nachdem wir die Signale auf der Übersicht gelesen und mit dem klinischen Gesamtbild in Beziehung gesetzt haben.
Röntgensignale, die die Priorität der DVT erhöhen
In der Literatur wurden einige Signale auf der Übersicht identifiziert, die signifikant mit dem Fehlen einer Kortikalisierung zwischen der Wurzel des Weisheitszahns und dem unteren Alveolarkanal im DVT verbunden sind. Diese von Rood und Shehab beschriebenen Zeichen sind sechs:
- Unterbrechung der kortikalen weißen Linie des Kanals;
- Verdunkelung der Wurzel am Kanal;
- Verdunkelung des Kanals selbst;
- Wurzelabweichung;
- Kanalverengung;
- Kanalabweichung.
Das Vorliegen eines oder mehrerer dieser Anzeichen macht die Untersuchung mittels DVT klinisch gerechtfertigt. Ihr Fehlen legt einen separaten Bericht nahe und legt nahe, nur mit der Übersicht fortzufahren. Es ist der Filter, der die übermäßige Verschreibung dreidimensionaler Untersuchungen vermeidet und die Fälle erkennt, in denen eine detaillierte Betrachtung den Operationsplan wirklich verändert.
Wie wir in der Buniato-Studie entscheiden
Der Ablauf im Studium ist immer derselbe. Zuerst da erster Facharztbesuch mit Anamnese und Übersichtsanalyse bereits vorhanden oder komplett neu durchgeführt. Anschließend erfolgt die oben beschriebene Auswertung der Röntgensignale. Nur bei tatsächlicher Indikation erfolgt die DVT-Aufnahme mit unseren Planmeca-Geräten an einem auf den interessierenden Bereich gezielten Volumen, um die Strahlendosis einzudämmen.
Der Bericht wird zusammen mit dem Patienten gelesen und zeigt, wo der Kiefernerv verläuft und wie er mit den Wurzeln des zu entfernenden Zahns zusammenhängt. Wenn das Proximity-Risiko hoch ist, diskutieren wir offen chirurgische Alternativen, einschließlich Koronektomie, und postoperative Managementszenarien. Bei der Entscheidung werden das klinische Risiko, das Alter und die Symptome berücksichtigt: Die DVT automatisiert die Auswahl nicht, sondern macht sie transparenter und gemeinsamer.
Welche Änderungen im Operationsplan nach der 3D-Untersuchung
DVT verstärkt das Risiko nicht, sondern stratifiziert es. In einer Studie aus dem Jahr 2025 mit 115 unteren Weisheitszähnen wurde festgestellt, dass es bei Vorliegen eines kortikalen Defekts des unteren Alveolarkanals, der im DVT sichtbar war, zu einer intraoperativen Freilegung des Nervs kam 73,9 % der Fälle. Die Daten bedeuten nicht, dass die Verletzung sicher ist: Sie bedeuten, dass die DVT Hochrisikosituationen präzise erkennt und Ihnen eine technisch andere Vorbereitung ermöglicht. Die Länge des in 3D sichtbaren kortikalen Defekts korrelierte mit der Nervenfreilegung, mit a Odds Ratio von 1,38 für jede weitere 0,1 mm.
In der Praxis kann sich der Plan nach einer informativen DVT in drei Richtungen ändern: Standardextraktion mit spezifischen chirurgischen Vorsichtsmaßnahmen, gezielte Fragmentierung der Wurzel während der Operation oder Koronektomie mit Erhaltung der Wurzeln, wenn eine vollständige Extraktion den Nerv freilegen würde. Die gleiche Logik gilt, wenn die 3D-Daten zum Festlegen von a verwendet werden Implantatrehabilitation in derselben Region.
Welche Risiken reduziert die dreidimensionale Planung?
Die Hauptrisiken einer Operation des unteren Weisheitszahns sind eine Verletzung des unteren Alveolarnervs mit veränderter Empfindlichkeit der Lippe und des Kinns, die oro-antrale Kommunikation der oberen Weisheitszähne in enger Verbindung mit den Kieferhöhlen und Komplikationen nach der Extraktion, die sich aus der ungefähren Planung ergeben.
Eine Planung, die bei Bedarf eine gut interpretierte Panorama- und gezielte CBCT integriert, reduziert diese Risiken konkret: Der Chirurg kennt im Voraus den genauen Punkt der Nähe zwischen Wurzel und Nerv, wählt die möglichst wenig invasive Technik und bereitet Instrumente und Operationszeiten kohärent vor. Wenn die Beziehung kritisch ist, schlägt er möglicherweise eine Koronektomie anstelle einer vollständigen Extraktion vor. Der Ansatz garantiert kein Nullrisiko, sondern führt die Entscheidung aus der Improvisation.
Was Sie während der Prüfung und danach erwartet
Die DVT-Aufnahme mit Planmeca-Geräten erfordert einige Sekunden Scannen im Stehen, ohne Kontrastmittel und mit einem auf die betroffene Region beschränkten Sichtfeld, um die Strahlendosis im Verhältnis zur klinischen Fragestellung zu halten. Die Untersuchung ist ambulant und sofort meldepflichtig: Der Patient muss nicht tagelang auf den Eingriff warten und kann das 3D-Bild gemeinsam mit dem Arzt in derselben Sitzung überprüfen. Der Bericht geht direkt in den in der Praxis besprochenen Operationsplan ein, wobei die gleiche Präzisionslogik bei den dort durchgeführten Behandlungen angewendet wird Operationsmikroskop.
Im Laufe der Zeit verringert eine gut etablierte dreidimensionale Planung die intraoperative Variabilität, begrenzt die Operationszeiten und macht das Management nach der Extraktion vorhersehbarer. Eine heute auf der Grundlage solider Daten beschlossene Extraktion begrenzt neurologische Folgen und chirurgische Revisionen und schützt die Gesundheit der Nachbarzähne, insbesondere des zweiten Molaren.
Häufig gestellte Fragen
Ich habe die Übersicht bereits erstellt, warum sollte ich die CBCT hinzufügen?
Der Überblick bleibt der Ausgangspunkt. DVT wird nur dann hinzugefügt, wenn die Übersicht präzise Signale für die Nähe zum Nerv zeigt oder wenn andere klinische Umstände dies erfordern. Liegt keine Indikation vor, wird er nicht durchgeführt: Das Ziel besteht darin, den Test dann zu verordnen, wenn er den Operationsplan ändern kann, und nicht als automatischer Schritt.
Sind Sie bei der DVT-Untersuchung mehr Strahlung ausgesetzt als bei der Panorama-Untersuchung?
Die DVT erfordert eine höhere Dosis als die Panoramaaufnahme, wird jedoch mit einem auf den zu untersuchenden Bereich begrenzten Sichtfeld durchgeführt. Aus diesem Grund wird es nur verschrieben, wenn der diagnostische Nutzen klar und verhältnismäßig ist. Die Auswahl der Volumen- und Aufnahmeparameter ist integraler Bestandteil der klinischen Entscheidung.
Was ist eine Koronektomie und wann wird sie angeboten?
Die Koronektomie besteht darin, nur die Krone des Weisheitszahns zu entfernen und die Wurzeln an Ort und Stelle zu belassen, wenn diese zu nahe am Kiefernerv liegen. Es wird in ausgewählten Fällen nach einer CBCT angeboten, die das Risiko dokumentiert, und nach einer ausdrücklichen Einwilligung nach Aufklärung, die Grenzen und Nachsorge klärt.
Finden die Untersuchung und die Entnahme am selben Tag statt?
Bei der DVT handelt es sich um eine kurze, ambulante Untersuchung, die auch vor der Operationssitzung durchgeführt werden kann. Die Extraktion wird in einer speziellen Sitzung geplant. Bei hohem Risiko ist es wichtig, die beiden Phasen nicht in einem einzigen Schritt zusammenzufassen und einen Moment für die gemeinsame Lektüre des Berichts einzuplanen.
Kann die Gefährdung des Kiefernervs vollständig vermieden werden?
Keine Technik eliminiert das Risiko absolut. Eine Planung, die Übersicht, klinische Bewertung und gezielte DVT integriert, ermöglicht es Ihnen jedoch, das Risiko auf informierte Weise zu managen und die konservativste Operationsstrategie für den Einzelfall zu wählen, wodurch die Wahrscheinlichkeit dauerhafter Folgeschäden verringert wird.
Für eine individuelle Beurteilung Ihres Falles steht Ihnen Dr. Buniato für einen ersten Facharztbesuch mit vollständiger diagnostischer Analyse zur Verfügung.
Quellen
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