Nach einer Parodontitis können Implantate nach Behandlung und erneuter Beurteilung der Erkrankung zusammen mit einer gezielten Erhaltungstherapie in Betracht gezogen werden. Die parodontale Stabilität ist eine Voraussetzung, die überprüft werden muss: Die Entscheidung hängt auch von der Prognose der vorhandenen Zähne, den örtlichen Gegebenheiten und dem individuellen Risiko ab.

Für wen Implantate nach einer Parodontitis infrage kommen

Wer durch Parodontitis Zähne verloren hat, hat häufig gehört, dass Implantate im eigenen Fall riskant seien. Eine Implantatbehandlung nach einer Parodontitis richtet sich an Menschen, bei denen eine parodontale Erkrankung diagnostiziert wurde, die ihre Parodontaltherapie abgeschlossen haben und klären müssen, wie bereits verlorene Zähne ersetzt werden können. Sie kann in Betracht gezogen werden, wenn die parodontale Situation stabil ist, die Blutung bei Sondierung zurückgegangen ist, verbleibende Taschen unter Kontrolle sind und die Person bereit ist, ein gezieltes Recallprogramm einzuhalten. Eine Erkrankung in der Vorgeschichte schließt Implantate nicht automatisch aus, erfordert jedoch eine Risikobeurteilung. Die Kontrolle des Zahnfleischzustands allein macht den Ersatz eines Zahns weder notwendig noch gewährleistet sie, dass er angemessen ist.

Vor der Entscheidung muss auch geklärt werden, wie die Kontrolltermine wahrgenommen werden können. Bei Patienten mit Parodontitis in der Vorgeschichte sind eine fehlende regelmäßige Erhaltungstherapie und Schwierigkeiten bei der Plaquekontrolle mit einem erhöhten Risiko für Periimplantitis verbunden. Wenn regelmäßige Recalltermine nicht dauerhaft umsetzbar sind, muss der Plan diese Einschränkung berücksichtigen und die für den Einzelfall geeigneten Alternativen prüfen.

Die parodontale Beurteilung vor der Operation

Die Beurteilung beginnt mit einer vollständigen parodontalen Reevaluation: Sondierungstiefen, Blutung bei Sondierung, Zahnbeweglichkeit, Plaqueindex und Diagnose nach der EFP/AAP-Klassifikation von 2017. Die Ergebnisse werden mit früheren Befunden verglichen, um das Ansprechen auf die Therapie zu beurteilen und gegebenenfalls weiterhin behandlungsbedürftige Stellen zu erkennen. Ein Rückgang der Symptome reicht nicht aus, um die Eignung für ein Implantat festzustellen: Die Kontrolle der Erkrankung und die Prognose der verbliebenen Zähne müssen beurteilt werden. Die Entscheidung wird anschließend zusammen mit den prothetischen Alternativen und den erforderlichen Untersuchungen besprochen.

Wenn sie für die Implantatplanung angezeigt ist, ergänzen wir die klinische Beurteilung durch dreidimensionale Bildgebung mit CBCT Planmeca VISO G3, um die anatomischen Verhältnisse an den vorgesehenen Stellen zu untersuchen, das vorhandene Knochenvolumen zu überprüfen und die Implantatposition zu planen. Ein intraoraler Scan kann die prothetische Untersuchung ergänzen, wenn dies sinnvoll ist. Die individuelle Risikoeinschätzung anhand dokumentierter parodontaler Parameter leitet die Entscheidung: Eine Parodontitis in der Vorgeschichte, Blutung bei Sondierung, tiefe Resttaschen, das Ausmaß des Knochenverlusts im Verhältnis zum Alter und die Teilnahme an der unterstützenden Parodontaltherapie beeinflussen, ob unmittelbar vorgegangen, eine weitere Stabilisierung abgewartet oder die prothetische Planung überarbeitet werden sollte.

Wann Abwarten oder Zahnerhalt sinnvoll ist

Tiefe Taschen mit Blutung erfordern eine erneute Beurteilung und gegebenenfalls die Fortsetzung der Parodontaltherapie, bevor ein Implantat geplant wird. Auch Rauchen, die Einstellung des Diabetes und die Möglichkeit, eine ausreichende Mundhygiene aufrechtzuerhalten, fließen in die individuelle Risikoeinschätzung ein. Diese Faktoren führen nicht alle zur gleichen Entscheidung: Sie können vorbereitende Maßnahmen, eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, einen Aufschub oder eine Änderung des Plans erfordern. Die Reihenfolge richtet sich nach der klinischen Situation und dem Ansprechen auf die Behandlung.

Auch der umgekehrte Fall ist möglich: Ein Zahn mit reduziertem, aber nach der Therapie stabilem parodontalem Halt und ohne zunehmende Beweglichkeit kann eine Prognose haben, die seinen Erhalt und den Aufschub eines Implantats sinnvoll erscheinen lässt. Für die Entscheidung wird im Einzelfall die Prognose des Zahns mit der eines möglichen Ersatzes verglichen; dabei werden auch Funktion und Reinigungsmöglichkeiten berücksichtigt. Der Zahnerhalt bleibt, wenn er klinisch vertretbar ist, eine zu besprechende Option; ein Implantat beseitigt nicht die Anfälligkeit für Erkrankungen der stützenden Gewebe.

Das Periimplantitisrisiko bei Menschen mit Parodontitis in der Vorgeschichte

Periimplantitis wird als krankhafter Zustand der Gewebe um Implantate definiert, mit einer Entzündung des periimplantären Bindegewebes und fortschreitendem Verlust des stützenden Knochens. Sie kann bereits in den ersten Jahren nach dem Einsetzen auftreten und nicht linear verlaufen, mit Phasen einer Beschleunigung, die regelmäßige Kontrollen im Verlauf wichtig machen. Eine 2018 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit im Journal of Periodontal Research berichtete mediane Periimplantitisprävalenzen von 14,3 % in Gruppen mit Parodontitis in der Vorgeschichte und von 7,0 % in Gruppen, die für die Allgemeinbevölkerung repräsentativ waren. Bei regelmäßigen Teilnehmern an Prophylaxeprogrammen lag der Median bei 9,0 %, in Gruppen ohne regelmäßige präventive Erhaltungstherapie hingegen bei 18,8 %. Dies sind Zusammenfassungen heterogener Studien: Sie messen weder das Risiko einer einzelnen Person noch belegen sie für sich allein, in welchem Ausmaß die Erhaltungstherapie dieses Risiko verringert.

Der 2025 veröffentlichte AO/AAP-Konsens bestätigt eine Parodontitis in der Vorgeschichte als einen der wichtigsten systemischen und verhaltensbezogenen Risikofaktoren, neben Rauchen, nicht kontrolliertem Diabetes, unzureichender Biofilmkontrolle und Adipositas. Hinzu kommen lokale Faktoren wie eine ungünstige Implantatposition, nachteilige prothetische Verhältnisse sowie dünne oder wenig günstige Weichgewebe um das Implantat. Die Beurteilung bezieht daher den allgemeinen Gesundheitszustand, die Situation im Mund und die prothetische Planung ein. Eine Prävalenzangabe ist keine Implantatverlustrate und kann diese Beurteilung nicht ersetzen.

Gezielte Erhaltungstherapie nach der Implantation

Nach einer Parodontitis wird die Erhaltungstherapie gemeinsam mit der Implantatbehandlung geplant. Das Programm sieht individuell auf das Risikoprofil abgestimmte Recalltermine vor, mit periimplantärer Sondierung, Beurteilung des Biofilms und gezielter professioneller Reinigung. Ziel ist es, mögliche Entzündungszeichen frühzeitig zu erkennen. Eine periimplantäre Mukositis kann mit nicht chirurgischer professioneller Reinigung und Kontrolle der Risikofaktoren behandelt werden. Ihr Übergang in eine Periimplantitis ist nicht unvermeidlich; tritt jedoch im Zusammenhang mit der Entzündung ein Knochenverlust auf, kann eine umfassendere, auch chirurgische Behandlung notwendig werden. Eine vollständige Ausheilung der Periimplantitis ist nicht immer vorhersehbar.

Die Implantatplanung mit Komponenten von Nobel Biocare, ebenso wie die prothetische Planung, berücksichtigt von Anfang an die Zugänglichkeit für Mundhygiene und Kontrollen, in Abstimmung mit der Parodontaltherapie und der Betreuung des Zahnfleischs im Rahmen der Erhaltungstherapie: Bei den Kontrollen werden natürliche Zähne, Weichgewebe und Implantate gemeinsam betrachtet. Die parodontale Vorgeschichte bleibt auch dann relevant, wenn keine Beschwerden bestehen. Für Menschen, die weiter entfernt leben, ist es sinnvoll, vor Beginn zu klären, welche Termine eine Anwesenheit in der Praxis erfordern und ob der Terminplan langfristig umsetzbar ist.

Häufige Fragen

Ich hatte vor Jahren Parodontitis, inzwischen ist alles in Ordnung: Kann ich Implantate bekommen?

Das ist in manchen Fällen möglich, aber eine frühere Behandlung allein bestätigt noch nicht die Indikation. Die aktuelle Kontrolle der Erkrankung, die verbliebenen Zähne, die zu versorgende Stelle und die Risikofaktoren müssen erneut beurteilt werden. Die Möglichkeit, regelmäßig an der Erhaltungstherapie teilzunehmen, gehört zum Plan; die Entscheidung fällt nach der klinischen Beurteilung.

Ich habe vor Kurzem mit dem Rauchen aufgehört, und mein Diabetes ist noch etwas instabil: Sind Implantate trotzdem eine Möglichkeit?

Es ist eine individuelle Beurteilung erforderlich. Rauchen und nicht kontrollierter Diabetes sind Risikofaktoren, die zusammen mit den parodontalen Verhältnissen berücksichtigt werden müssen. Die Blutzuckereinstellung kann eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfordern, bevor Zeitpunkt und Indikation festgelegt werden. Es gibt keine für alle gleiche Antwort: Die notwendigen vorbereitenden Maßnahmen werden geklärt, danach wird der Plan erneut beurteilt.

Wie oft muss ich nach der Implantation zur Kontrolle kommen?

Die Abstände richten sich individuell nach dem Risiko und dem Ansprechen auf die Behandlung. Der Terminplan berücksichtigt Mundhygiene, Blutung bei Sondierung, den Zustand der Gewebe um die Implantate und die parodontale Stabilität. Er kann nach den Kontrollen angepasst werden. Vor Beginn sollte diese Verpflichtung geklärt werden, ohne anzunehmen, dass fehlende Schmerzen die Erhaltungstermine überflüssig machen.

Ich habe noch einen Zahn, der etwas wackelt: Sollte er sofort entfernt und durch ein Implantat ersetzt werden?

Nicht automatisch. Ein Zahn mit reduziertem, aber nach der Parodontaltherapie stabilem Halt kann eine Prognose haben, die seinen Erhalt sinnvoll erscheinen lässt; auch die Implantatstelle unterliegt weiterhin dem Risikoprofil der Person. Die Entscheidung vergleicht im Einzelfall die Prognose des Zahns mit der des Implantats; eine vorsorgliche Extraktion ist keine Abkürzung.

Für eine individuelle Beurteilung Ihres Falls steht Ihnen Dr. Buniato für eine erste zahnärztliche Untersuchung mit vollständiger diagnostischer Abklärung zur Verfügung.

Studio Dentistico Buniato, Corso Francia 30, Turin, Haltestelle Principi d'Acaja.


Quellen

  1. Schwarz F, Derks J, Monje A, Wang HL. Peri-implantitis. Journal of Periodontology. 2018. doi:10.1002/JPER.16-0350. PMID: 29926957
  2. Wang HL, Avila-Ortiz G, Monje A, et al. AO/AAP consensus on prevention and management of peri-implant diseases and conditions: Summary report. Journal of Periodontology. 2025. doi:10.1002/JPER.25-0270. PMID: 40501397
  3. Dreyer H, Grischke J, Tiede C, et al. Epidemiology and risk factors of peri-implantitis: A systematic review. Journal of Periodontal Research. 2018. doi:10.1111/jre.12562. PMID: 29882313
  4. Orishko A, Imber JC, Roccuzzo A, et al. Tooth- and implant-related prognostic factors in treatment planning. Periodontology 2000. 2024. doi:10.1111/prd.12597. PMID: 39234949

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Dr. Gianluca Maria Buniato

Dr. Gianluca Maria Buniato

Zahnarzt und ärztlicher Leiter von Studio Dentistico Buniato in Turin. Internationale Fortbildung in fortgeschrittener Implantologie, individuell abgestimmter ästhetischer Zahnmedizin und regenerativer Chirurgie.